Die Wasserballer der SG Stadtwerke München sichern sich vorzeitig den zweiten Platz in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd

Es war eine Szene, die viele Spiele der Saison gut zusammenfasst. Mit:"Hey Leute, wir können jetzt auch weiter nach vorne spielen und müssen nicht mehr den Gegner einschläfern", wandte sich Torhüter Robert Idel vor dem letzten Viertel beim Stande von 5:1 an seine Mannschaft" und erntete Fassungslosigkeit. Man sei doch mit vier Toren in Führung, das Spiel habe man im Griff und die Verteidigung stünde sicher" wieso müsse man dann vorne noch aktiv werden? Folgerichtig brauchte es ein Tor des Gegners, ehe die Münchner die Offensive wieder anschalteten und mit dem 10:2 (2:1; 1:0; 2:0; 5:1) gegen den 1. BSC Pforzheim den zweithöchsten Saisonsieg feiern konnten und vorzeitig Vizemeister wurden.

Die Wasserballer der SG Stadtwerke München bleiben zuhause weiterhin ungeschlagen – Silbermedaille zum Greifen nah

Am vergangenen Samstag konnte die Mannschaft aus München zum dritten Mal in dieser Saison ein Heimspiel vor ca. 200 Zuschauern in der Olympia-Schwimmhalle austragen und überzeugte sportlich sowie organisatorisch auf ganzer Linie. In einem spannenden und körperlich betonten Spiel gegen den aktuellen Vierten der 2. Wasserball-Bundesliga Süd aus Ludwigsburg setzten sich die Münchner mit 6:5 (2:2; 1:0; 2:2; 1:1) erfolgreich durch.

2. Wasserball-Bundesliga Süd: München erobert nach einem wechselhaften Wochenende den zweiten Tabellenplatz

So schön und harmonisch kann es in München zugehen. Nach gemeinsamen Kampf lagen sich die Spieler der SG Stadtwerke München am Sonntagnachmittag in den Armen und feierten den Sprung auf Platz zwei der 2. Wasserball-Bundesliga Süd, nachdem kurz zuvor der SV Würzburg mit 12:8 (1:1; 4:3; 4:2; 3:2) am Ende recht deutlich bezwungen wurde.

Münchens Wasserballer gewinnen ihren Pokaleinsatz in Pforzheim und qualifizieren sich für den Deutschen Wasserballpokal in der kommenden Saison.

Beginnen wir mit etwas Statistik: In den letzten vier Spielen gelang es den Münchnern nicht ein einziges Mal, die erste Halbzeit zu gewinnen. Andererseits verloren sie in dieser Saison auch erst zweimal die zweite Halbzeit und haben in dreizehn Saisonspielen (Liga und Pokal) achtmal höchstens zwei Gegentore in der zweiten Halbzeit bekommen. Vor diesem Hintergrund kann der 11:9 (2:3; 2:4; 4:1; 3:1) Sieg im Viertelfinale des Süddeutschen Wasserballpokals am vergangenen Sonntagabend in Pforzheim als typisches Spiel mit Münchner Beteiligung angesehen werden.

München gewinnt dramatisches Spiel in Ludwigshafen

Es waren noch 30 Sekunden zu spielen, als die Münchner beim Stande von 13:13 in Überzahl gerieten. 30 Sekunden – „da spielt man das Ding eigentlich locker runter und macht etwa 5 Sekunden vor Schluss den Siegtreffer“, dachte sich Matthias Krimphove, der nach drei persönlichen Fehlern die letzten Minuten von der Tribüne zuschauen musste. Doch es passte zum Spiel, dass nicht überlegt gespielt wurde, sondern dass ein Münchner 25 Sekunden vor dem Schlusspfiff aus spitzen Winkel an das Außennetz warf. Ludwigshafen konterte daraufhin und war seinerseits vorne in Überzahl. Doch mit zu wenig Selbstbewusstsein zögerten sie fünf Meter vor dem Tor freistehend, sodass die Landeshauptstädter mit letzter Kraft den Ball 8 Sekunden vor dem Schluss erobern konnten. Dies antizipierte Münchens Marko Polunić und bekam 4 Sekunden vor dem Schlusspfiff einige Meter vor dem Tor den Ball, den er dann, mit 0,6 Sekunden auf der Uhr, spektakulär zum 13:14 (4:5; 4:3; 4:3; 1:3) einnetzte.

Diesen dramatischen 30 Sekunden ging ein begeisterndes Spiel voraus, das aber keinesfalls als Lehrvideo für Verteidigungsspiel dienen sollte. Ludwigshafen wirbelte im Angriff die ungewohnt wackelige Münchner Defensive durcheinander, während sich die Mannschaft von der Isar mit gewohnter Treffsicherheit aus dem Rückraum präsentierte. „Wir haben in der Verteidigung lange nicht gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Erst als wir zehn Minuten vor Ende mit 12:9 in Rückstand waren, haben wir angefangen, konzentriert zu verteidigen und annähernd das umzusetzen, was geplant war“, resümierte Spielertrainer Ivan Mikić. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit dem Spiel, muss aber anerkennen, dass wir große Moral gezeigt haben. Das hat mir gefallen“, fügte Mikić hinzu.