Nach erfolgreichem Start in die 2. Wasserball-Bundesliga Süd treten die Wasserballer der SG Stadtwerke München an diesem Samstag in ihrem zweiten  Auswärtsspiel gegen den PSV Stuttgart an.

Eins ist vorab schon klar, es wird gewiss kein leichtes Spiel. Denn auch nach dem Auftakterfolg der Münchner gegen des WSV Ludwigshafen vor knapp drei Wochen, ist der Aufsteiger aus Stuttgart mit einem guten Mix aus Erfahrung und jungen Kräften nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Aber die Hausherren müssen sich in ihrem ersten Saisonspiel ebenfall auf etwas gefasst machen, denn die Münchner "Buam" lagen nicht auf der faulen Haut. Ganz im Gegenteil, in zahlreichen intensiven Trainingseinheiten haben sie nicht nur ihre schwimmerischen Fähigkeiten weiter ausgebaut, sondern auch ausführlich an neuen Spielzügen gefeilt. Dazu kommt der breite Kader, aus denen Spielertrainer Ivan Mikić sich sein Team nach Belieben bzw. Trainingsleistung individuell zusammenstellen kann. Die Auswahl die Mikić für diesen Samstag getroffen hat erstreckt sich von schwimmstarken Rechtshändern über massige Center zu schießfreudigen Linkshändern und verspricht einiges für ein spannendes sowie hoffentlich erfolgreiches Spiel seitens der Münchner. 

Die Daten zum anstehenden Spiel in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd:
PSV Stuttgart – SG Stadtwerke München
Samstag, 26. November 2016, 18:30 Uhr
Ort: Hallenbad Stuttgart-Plieningen

Mit Licht und Schatten starten Münchens Wasserballer schlussendlich erfolgreich in die neue Saison in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd.

„Alle hatten schon gedacht, dass Ludwigshafen den Münchnern den Blattschuss gesetzt hat. Doch dann drehen die Bayern kurz so richtig auf und fahren das Spiel ruhig nach Hause. Das ist natürlich ganz bitter“, resümierte ein Pfälzer Zuschauer das Spielgeschehen, während die bayerischen Landeshauptstädter kurz am Beckenrand jubelten, sich aber dann doch nicht vollkommen zufrieden zeigten. „Großes Lob an die Mannschaft für das letzte Viertel, aber was wir zwischendurch gespielt haben, war großer Mist. Jetzt haben wir drei Wochen Zeit, uns auf die nächste schwere Auswärtsaufgabe vorzubereiten – und diese drei Wochen sind dringend nötig“, fasste Münchens Kapitän Marko Ristić den 6:8 (1:0; 1:4; 3:1; 1:3) Sieg seiner Mannschaft zusammen.

In der Tat war es ein sehr ungewöhnliches Spiel, welches die sonst so torverwöhnten Ludwigshafener Fans zu sehen bekamen. Seit 2008 endete kein Ligaspiel in Ludwigshafen mit so wenigen Treffern wie am letzten Samstag; in der Saison 2012/2013 erzielten die Ludwigshafener letztmalig höchstens sechs Treffer im eigenen Heimspiel. Es zeichnete sich schon in der ersten Spielminute ab, dass dies eine spannende, aber zähe Angelegenheit werden würde. Beiden Mannschaften fehlte die nötige Entschlossenheit vor dem Tor und während Ludwigshafen am Münchener Torwart scheiterte, fehlte es den Bayern gänzlich an der Präzision, sodass kaum ein Ball überhaupt aufs Tor kam. Als vollkommen kläglich lässt sich auch das Überzahlspiel beider Mannschaften in dieser Phase bezeichnen: Erst bei der achten Überzahlgelegenheit im Spiel gelang das erste Überzahltor. Beim Spielstand von 1:1 übernahmen die Wasserballer aus dem Freistaat die Spielkontrolle und zogen auf ein 2:4 zur Halbzeit davon. Angesichts der sonst üblichen Schwäche in der ersten Halbzeit wäre dies ein komfortables Ergebnis gewesen, doch den Durchhänger holten die Münchner postwendend im dritten Viertel pflichtbewusst nach. Während sich der Kader durch dritte Persönliche Fehler und eine Rolle dramatisch verkleinerte, wuchs das Torekonto der Ludwigshafener an und so gingen die Hausherren sechs Minuten vor dem Ende plötzlich mit 6:5 in Führung.

Hatten die Münchner alles verspielt? Mitnichten! Konnten die Jungs von der Isar mit ihrem Spiel in der ersten Halbzeit noch dutzende Lehrbuchseiten im Bereich „Wie man Überzahl nicht spielen sollte“ füllen, so zeigten die Bayern in den letzten sechs Minuten, wie man ein Spiel drehen und verwalten muss. Nach drei Toren innerhalb einer Minute ließen sie die Ludwigshafener Angriffsbemühungen gekonnt abprallen und verteidigten sicher, aber unspektakulär die 6:8 Führung. „Das hat mir gut gefallen. Dennoch müssen wir uns kritisch hinterfragen, warum wir 20 Minuten nicht besser gespielt haben. Nur die Verteidigung hat mir fast uneingeschränkt gut gefallen, vielleicht können wir wieder unser Bollwerk von vor zwei Jahren aufbauen. Unterm Strich bin ich aber nicht unglücklich, immerhin haben wir gewonnen“, zeigte sich Spielertrainer Mikić erschöpft nach dem Spiel.

WSV Ludwigshafen – SG Stadtwerke München 6:8 (1:0; 1:4; 3:1; 1:3)

SG Stadtwerke München:Robert Idel (TW), Brinio Hond (1 Tor), Marko Polunić, Henry Dietz, Haris Hadjioannou (1), Ivan Mikić, Marko Ristić (3), Aaron Katona, William Gorin, Anton Bander, Jan Krollmann, Ignacio Marian de Diego (3), Viktor Sipos

Schwaches Ende einer gelungenen Saison
 
Die Wasserballer der SG Stadtwerke München mühen sich zum Saisonabschluss zu einem glanzlosem Heimsieg gegen Friedberg – trotz verpatztem Start noch Bronze in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd geholt.
 
Am 29. November 2015 war Münchens Spielertrainer Ivan Mikić wahrlich nicht zu beneiden. Nach der besten Saison der jüngeren Vereinsgeschichte wollten die Landeshauptstädter mit Erfahrung und Vertrauen in die eigene Stärke vier Punkte am ersten Wochenende aus Ludwigshafen und Pforzheim mitnehmen und zeigten Leistungen, die in der Saison zuvor kaum denkbar gewesen wären. Wohlwissend, dass die Erwartungen in München nach der Silbermedaille gestiegen waren, blieb Mikić an jenem Sonntagabend nur die Flucht nach vorne: „Den Start haben wir gründlich verpatzt, wir haben viel Arbeit vor uns – aber das Ziel bleibt unverändert, wir wollen auf das Treppchen.“