Meisterschaftsambitionen schon verspielt?
 
Nach dem vor knapp einer Woche hart erkämpften 8:8 in Weiden ging es für die Münchner Wasserballer am vergangenen Wochenende wieder in das kleine heimische Anton-Fingerle Bad, in dem sie am Samstag, 11.03.2017, auf die SGW Leimen/Mannheim trafen; ein Spiel, welches womöglich vorzeitig die Meisterschaft entscheiden könnte. Am Sonntag, 12.03.2017, empfingen die Jungs von der Isar an gleicher Stelle die Wasserballer aus Frankfurt.
 
Von lautstarken Fans begleitet und trotz des frühen Ausscheidens dreier Leimener Spieler gerieten Münchens Wasserballer in der ersten Partie des Wochenendes ins Straucheln. Spielertrainer Ivan Mikić: „Wir haben uns vor dem Spiel schon fast bei der Meisterfeier gesehen, das war sicher auch einer der Gründe für unsere schwache Leistung und die 12:14 Niederlage.“ Selbst wenn die Unparteiischen zum Ende der Partie einen sehr umstrittenen und spielentscheidenden Treffer für die Gäste aus Leimen/ Mannheim gaben, waren die Hausherren oftmals einfach zu selbstsicher und nicht immer bereit die Verantwortung zu übernehmen, was schließlich zu einer verdienten Niederlage führte. Dennoch spielten sie ein makelloses drittes Viertel mit einer guten Torschussverwertung sowie exzellenter Abwehr und demonstrierten so eindeutig ihre Stärken. Doch konnten sie die knappe Führung aus dem dritten Spielabschnitt leider nicht bis zum Abpfiff retten.
 
Am Sonntag ging es dann im nächsten Ligaspiel gegen die Gäste aus Frankfurt ins Wasser. Ein Sieg in diesem Spiel war Pflicht und Mikićwollte die Fehler des Vortags auf keinen Fall noch einmal sehen. In der Ansprache machte er klar, dass seine Jungs zusammenhalten, für den anderen einspringen und das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen müssen. Dieses Ziel wurde zwar erfüllt, dennoch lief das zweite Viertel nicht ganz nach dem Geschmack des Spielertrainers. Trotz der 29 Treffer seiner Mannschaft waren ihm die sechs Gegentreffer im zweiten Spielabschnitt eindeutig zu viel. Die Mannschaft riss sich ab diesem Spielabschnitt bemerkenswert zusammen und gewann am Schluss dank brillanter Leistung in der Abwehr und einer starken Offensive mit 29:8.
 
An diesem Samstag geht es nach Friedberg und am folgenden Tag zum schwierigen Auswärtsspiel nach Fulda. Aus der Favoritenposition verdrängt müssen die Oberbayern nun auf einen Ausrutscher der Weidener hoffen und alle Spiele gewinnen, um noch den ersten Platz zu erreichen. Nach dem enttäuschenden Spiel hilft Trainer Mikićseiner Mannschaft auf: „Wir sind noch vor drei Spielzeiten ganz unten in der Liga rumgedümpelt und können stolz auf das sein, was wir erreicht haben, auch wenn es dieses Jahr noch nicht bis ganz nach oben reichen sollte."

SG Stadtwerke München – SGW Leimen/Mannheim 14:12 (3:5; 2:3; 6:2; 1:4)
SG Stadtwerke München:Viktor Sipos und Robert Idel (TW), Brinio Hond (1), Marko Polunić, Matthias Krimphove (1), Haris Hadjioannou, Ivan Mikić, Marko Ristić(6), Henry Dietz (1), William Gorin (2), Niklas Trommer, Jan Krollmann (1), Ignacio Marian de Diego 

SG Stadtwerke München – Erster Frankfurter SC 29:8 (7:2; 8:6; 8:0; 6:0)
SG Stadtwerke München:
Viktor Sipos und Robert Idel (TW), Brinio Hond (2), Anton Bander, Matthias Krimphove (2), Haris Hadjioannou (3), Ivan Mikić(4), Marko Ristić(9), Henry Dietz, William Gorin (4), Niklas Trommer (3), Jan Krollmann, Marko Polunić(2)

Die nächsten Spiele: 
18.03.17, 20:15: VfB Friedberg – SG Stadtwerke München
19.03.17, 11:00: SC Wasserfreunde Fulda 1923  – SG Stadtwerke München

Aufholjagd der Spitzenklasse
 
München erkämpft sich nach dramatischer Schlusssekunde ein 8:8 in Weiden – Meisterschaft aus eigener Kraft möglich
 
Es galt als das Spitzenspiel der 2. Liga Süd. Der ganze wasserballverrückte Teil Süddeutschlands freute sich auf den Live-Ticker, durch den man keine Sekunde dieses Spiels verpassen musste. Das Duell versprach ein spannender Schlagabtausch zu werden, standen sich doch die beiden Favoriten der Liga, der SV Weiden und die SG Stadtwerke Münchner gegenüber – doch nicht wenige Fans der Münchener schalteten den Liveticker schon nach 13 Minuten enttäuscht ab.
 
Die Männer von Trainer Mikić hatten sich viel vorgenommen, konnte doch an jenem Samstag mit einer Niederlage die Meisterschaft als verspielt angesehen werden. Doch davon merkte man anfangs wenig. Durch Macken in der Verteidigung der Isarstädter, unterirdisches Überzahlspiel und harmlosen 6 gegen 6 Angriff zog Weiden erst im 1. Viertel mit 3:0 davon und konnten diesen ohne viel Gegenwehr auf 5:0 ausbauen. Die ganze Halle, sehr gut gefüllt mit lautem Weidener Publikum, feierte und sah den Sieg schon zum Greifen nahe. „Wir waren viel zu ängstlich, viel zu zaghaft. Erst als alles verloren schien, haben wir angefangen, mit Herz zu spielen“, resümierte Kapitän Marko Ristić.
 
Und all jene Zuschauer, die auch schon beim 12:12 Hinspiel am Beckenrand standen, kam es wie ein Deja-vu vor – plötzlich wachten die Münchener auf und begannen, in einem fast schon verloren geglaubtem Spiel Tor für Tor die Spielkontrolle zu erlangen. Eingeleitet durch ein wunderschönes Rückhandtor des Kapitäns begann die Aufholjagd, die gegen Ende des 3. Viertels mit dem 7:7 durch den starken US-Boy William Gorin endete. Plötzlich war das Spiel, ja gar die Meisterschaft wieder völlig offen. Und kurz nach der Pause traf erneut Ristić zum 8:7, der ersten Führung für die Münchener. „Das war ein packendes letztes Viertel – nicht immer hochklassig, aber intensiv und spannend“, fand einer der mitgereisten Fans aus München. In der Tat kamen die Weidener nur noch einmal am starken Münchener Schlussmann vorbei, während die Münchener Schussversuche, müde und ohne die nötige Präzision, oft vom Weidener Torhüter leicht pariert werden konnten.
 
Und dann kam der letzte Angriff. 15 Sekunden vor Schluss – Weiden hat den Ball. Lässt im Rückraum den Ball laufen. 10 Sekunden…. 8 Sekunden…. 6 Sekunden. Plötzlich verliert der Münchener Verteidiger auf der rechten Seite die Geduld, will es erzwingen, und fliegt raus. Das Spiel steht, Weiden sortiert sich in Überzahl, es geht wieder weiter, ein Pass, zwei Pässe…. Und der Ball landet beim auf zwei Metern mittig freistehenden Weidener Spieler, der den Ball in Richtung Tor bringt. Die Zuschauer springen auf, dem Jubel nah…. – doch Münchens Torwart Robert Idel reagiert glänzend und kratzt den Ball von der Linie. Aus, das Spiel ist aus. München feiert, Weiden ist konsterniert. Schon wieder haben sie einen großen Vorsprung gegen München verspielt.
 
Jetzt haben es die Münchener in den eigenen Händen. Gewinnen sie alle übrigen Spiele, werden sie zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Süddeutscher Meister. Patzen sie, wird Weiden wohl Meister. „Jetzt sind wir die gejagten. Wir müssen jetzt Gas geben“, fasste Mikić am Montag beim Training die Situation zusammen. Denn die Wochen der Wahrheit beginnen nun: erst zuhause gegen die drittplatzierten SG Leimen/Mannheim (Samstag, 11.03., 18:15 Uhr im Anton-Fingerle-Schulzentrum) dann, unterbrochen vom Heimspiel gegen Frankfurt (Sonntag, 12.03., 11:00 Uhr) und einer kniffligen Auswärtsaufgabe in Friedberg, eine Woche später beim viertplatzierten Fulda - um dann wieder eine Woche später die fünftplatzierte Mannschaft, WSV Ludwigshafen, zu empfangen. Danach wird sich zeigen, ob die Landeshauptstädter mit der Rolle des Gejagten umgehen können.
 
SV Weiden 1921 – SG Stadtwerke München 8:8 (3:0; 3:4; 1:3; 1:1)
SG Stadtwerke München: Viktor Sipos und Robert Idel (TW), Brinio Hond , Marko Polunić, Matthias Krimphove (1 Tor), Haris Hadjioannou (1), Ivan Mikić, Marko Ristić (3), Alexander Glusow, William Gorin (2), Anton Bander, Jan Krollmann, Ignacio Marian de Diego (1)

„Mit Links“ gewonnen
München besiegt nach langem und zähem Kampf den PSV Stuttgart – 8 Treffer mit links
 
Linkshänder, eine besondere Gattung Wasserballer: Oft ballsicher, in der Regel ballverliebt, häufig sehr schussstark – aber immer auch ein bisschen anders. Nicht nur bekommen sie im Training oft eine Extrawurst und sorgen dafür, dass zum Unmut der rechtshändigen Kollegen alle Schussübungen nochmal von der anderen Seite gemacht werden müssen – der gemeine Sportfan vermutet hinter der Linkshändigkeit oft auch eine zusätzlich angeborene Verrücktheit (eine Verrücktheit, die auch Torhütern oft fälschlicherweise nachgesagt wird). Aber immer sind sie begehrte Mitspieler, ermöglichen sie doch taktische Finessen – und bescherten den Münchenern am vergangenen Samstag ein wahres Linkshänderfeuerwerk.