München erzwingt gegen gut mitspielende Gäste aus Ludwigsburg den ersten Saisonsieg.

Vor nun mehr als 18 Monaten verloren die Wasserballer der SG Stadtwerke München ihr letztes Heimspiel. Am 24.05.2014  unterlagen die Jungs von der Isar im heimischen Dantebad dem VfB Friedberg mit 7:8. Darauf folgte eine beindruckende Serie von neun Heimsiegen in der 2. Wasserball-Bundesliga Süd in Folge – eine Serie, die man natürlich gegen Ludwigsburg fortsetzen wollte. Darüber hinaus standen die Münchner nach zwei unglücklichen Niederlagen zum Saisonauftakt schon ein Stück weit mit dem Rücken zur Wand. Wollte man den Start in diese Spielzeit noch retten, musste der erste Sieg im dritten Spiel am vergangenen Samstagabend unbedingt gelingen.

Spielertrainer Ivan Mikić konnte in seinem ersten Heimspiel als „Nicht-Mehr-Kapitän“ fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den verletzten Schlussmann Robert Idel war die ganze Mannschaft mehr oder weniger fit und vor allem fest entschlossen und hoch motiviert. Auch die Gäste aus Ludwigsburg, ebenfalls mit einer Niederlage in die Saison gestartet, machten einen ziemlich kompletten Eindruck, sodass alles für einen offen Fight in der Exil-Arena im Münchner Stadtteil Giesing gerichtet war.

Und nicht weniger als ein Spektakel bekamen die zahlreichen Zuschauer zu sehen. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. München mit gewohnt schussstarkem Rückraum, Ludwigsburg mit körperlich spielerischen Elementen im Angriffsspiel. Die Münchner Heimmannschaft diktierte von Beginn an das Spiel und bis auf den 2:2 Ausgleichstreffer waren die Landeshauptstädter permanent in Führung. Den drei Toren von Kapitän Marko Ristić folgte nach dem ersten Viertel (4:2) eine sehr starke Phase der Münchner, in der man die Gäste aus dem Schwabenland regelrecht schwindelig spielte und binnen 5 Minuten auf 8:3 davon zog. Doch Ludwigsburg zeigte sich als starker Gegner. Tor um Tor kamen die Gäste schließlich auf ein 8:7 aus Sicht der Münchner heran. Die lautstarken Unterstützer auf den Zuschauerbänken schauten ungläubig und legten gedanklich den  Champagner schon wieder zurück in den Keller. Kurz vor der Pause erhöhten die Münchner dann doch wieder, u .a. durch einen wunderschönen Heber von Ignacio Marian de Diego, auf 10:7 und konnten somit die Nerven der angespannten Zuschauer wieder etwas beruhigen.

„Dieses 10:7 zum psychologisch sinnvollen Zeitpunkt war ein entscheidender Faktor. Wir sind mit Oberwasser in die zweite Hälfte gegangen und Ludwigsburg begann sich fortan mehr auf den Schiedsrichter als auf uns zu konzentrieren“, kommentierte Münchens Center Matthias Krimphove erschöpft nach dem Spiel. Jedoch benötigten die Münchener erst noch ein wenig Anlauf, um im dritten Viertel ihre stärkste Phase des Spiels zu zeigen. Innerhalb von gut drei Minuten zog man durch fünf teils wunderschön herausgespielten Treffern auf 15:8 davon und sorgte für eine klare Vorentscheidung. „Das war fantastisch – so macht man einen Trainer echt glücklich“, freute sich Spielertrainer Mikić nach dem dritten Viertel. Weiter offensiv beendeten die Münchner dann mit 19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2) das Spiel.

Für die Bayern war dies das letzte Spiel vor der Weihnachtspause, ehe es Ende Januar in Darmstadt die nächsten Punkte zu verdienen gibt. „Jedoch fällt die Anspannung noch nicht ab, denn nächste Woche müssen wir bei der Weihnachtsshow der Syncronschwimmerinnen tänzerisch alles geben – da wollen wir die 1000 Zuschauer nicht enttäuschen. Nicht wenige sehen bei sich auch mehr tänzerisches als wasserballerisches Talent“, lacht Kapitän Ristić mit Blick auf die kommende Aufgabe.

SG Stadtwerke München – SV Ludwigsburg 08:  19:10 (4:2; 6:5; 5:1; 4:2)

 


1. Herrenmannschaft der SG Stadtwerke München
#munichwaterpolo
 
Reihe oben, links nach rechts:
Marko Polunic, Filip Barisic, William Gorin, Niklas Trommer, Felix Ottke, Anton Spanjol, Brinio Hond, Robert Idel
 
Reihe unten, links nach rechts:
Matthias Krimphove, German Kulnewsky, Anton Bender, Stefan Kovacevic, Jan Krollmann, Eric Valentines, Ivan Mikic - Spieler-Trainer, Marko Ristic - Kapitän
 
Es fehlen:
Bernd Metzler, David Milosavljevic, Harris Hadjioannou, Ignacio Marian de Diego, Tobias Rheude, Viktor Sipos