Münchens Wasserballer scheitern nach hartem Kampf beim „Heimspiel“ in Würzburg gegen den Topfavoriten

„Uns hat das Lospech so geärgert, dass wir beschlossen haben, aus dem Spiel ein Heimspiel zu machen“, sagte Mikić auf der Rückfahrt vom Pokalfight in Würzburg. „Wir hatten einen Bus mit Fans dabei, die Halle gehörte uns – und auch im Wasser haben alle meine Spieler alles gegeben – doch es hat leider nicht gereicht. Würzburg war cleverer und das Glück im Abschluss war heute nicht bei uns“, fügte er, von der bitteren Niederlage gezeichnet, hinzu.

In der Tat fasst das einzige Statement des sonst so redseligen Münchener Spieltrainers das Spiel präzise zusammen. Das zweite Mal in Folge mussten die Münchener im Halbfinale zum Auswärtsspiel beim designierten Meister antreten, doch diesmal wollte man mehr erreichen als vor einem Jahr in Fulda. Nach dem Sieg beim Krimi gegen Leimen im Rücken war klar, dass der Pokal, sollte die Hürde Würzburg übersprungen werden, zum Greifen nahe gewesen wäre – und so fanden sich 25 frenetische Fans ein, die die Landeshauptstädter bei der Fahrt nach Franken unterstützten. „Ich dachte eigentlich, dass wir einen ruhiges Mittagsspiel machen, und dann kommen die Münchener mit einem halben Dutzend Tröten, Trommeln und Vuvuzelas an“, zeigte sich Würzburgs Trainer Matthias Försch sichtlich überrascht vor dem Spiel. Doch er stellte seine Männer mit Ruhe auf die laute Herausforderung ein, sodass Würzburg unbeeindruckt ab der ersten Minute den Gästen mit breiter Brust gegenüber stand.Die Landeshauptstädter hatten sich viel vorgenommen. „Hinten wollten wir gut stehen, um der besten Offensive der Liga keine Räume zu geben. Das haben wir gut erreicht, Würzburg hat in der ganzen Saison noch nie so wenige Tore erzielt wie heute“, fasste Kapitän Marko Ristić die Leistung seiner Mannschaft zusammen, und fügte hinzu: „aber vorne waren wir zu ungenau. Das war teilweise richtig schlecht – so kannst du Würzburg nicht schlagen.“ Tatsächlich taten sich die Würzburger im ganzen Spiel schwer, zu Abschlüssen zu kommen. Doch die Franken zogen dennoch schnell auf 5:2 (Pausenstand) davon, da bei den Münchenern im Angriff wenig zustande lief. Schwache Abschlüsse, verunglückte Bogenlampen und gute Paraden des Würzburger Schlussmanns reihten sich wie eine Kette aneinander, die lediglich durch zwei starke Aktionen von Center Matthias Krimphove unterbrochen wurden.

Und auch die zweite Hälfte brachte ein gewohntes Bild – Würzburg kontert und trifft, München verschießt erneute Überzahlspiele. Siegessicherheit machte sich bei den akustisch unterlegenen Würzburger Fans breit, als es mit 7:3 in die letzte Viertelpause ging. Und hier gab Trainer Mikić seiner Mannschaft nur eine Anweisung: „Volle Offensive“ – und es wirkte. Plötzlich gelangen den Bayern Tore und das Spiel wurde enger – bis Mikić selbst den 8:6 Anschlusstreffer erzielte und seiner Mannschaft und den mitgebrachten Fans Hoffnung schenkte. Doch Würzburg war halt nicht irgendeine Mannschaft, sondern der Meister – und zeigte sich gänzlich unbeeindruckt. Im direkten Gegenzug erzielten sie, nach Überzahl und in die sensationelle Quote von 4 Treffern nach 6 Überzahlspielen mündend, das 9:6, was den mit großem Herzen kämpfenden Münchenern den Blattschuss setzte.  

Wenig Zeit zur Erholung bleibt den Isarstädtern, denn am nächsten Wochenende muss der 3. Platz verteidigt werden. Mit zwei Siegen zuhause gegen Pforzheim (Samstag, 11.06. – 19:00 Uhr) und in Ludwigsburg (Sonntag, 12.06. – 11 Uhr) wäre den Münchenern die Bronzemedaille kaum noch zu nehmen. Hinter einigen Spielern steht noch ein großes Fragezeichen, doch solange die Bayern wie gegen Würzburg mit Herz spielen, kann es nur gut ausgehen,

SV Würzburg – Stadtwerke München 9:7 (3:1; 2:1; 2:1; 2:4)

SG Stadtwerke München: Robert Idel (TW), Brinio Hond (1 Tor), Marko Polunić (1), Matthias Krimphove (2), Haris Hadjioannou, Ivan Mikić (1), Marko Ristić (1), German Kulnevsky, William Gorin (1), Niklas Trommer, Jan Krollmann, Ignacio Marián de Diego, Eric Valentines